Brief zum Osterfest 2020

 

Esto fidelis usque ad mortem, et dabo tibi CORONAM VITAE. (Ap 2,10)

Sei treu bis in den Tod, dann werde ich dir den KRANZ DES LEBENS geben. (Offb 2,10)

 

Angesichts der aktuellen ganz besonderen gesundheitlichen, moralischen, sozialen und gesellschaftlichen Bedrohungen der Menschheit sind wir nicht zuletzt auf das letzte Buch der Heiligen Schrift verwiesen – auf die Apokalypse des Johannes, auf dessen Geheime Offenbarung. In dieser visionären Schrift des Neuen Testaments erhalten wir, wenn auch in oft bildhaft verschlüsselter Rede, Einblicke in die Zeit zwischen der Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus und dem Ende der Weltzeit, an dem der erhöhte Allherrscher (Pantokrator) wiederkommen wird, um endgültig Gericht zu halten und den neuen Himmel und die neue Erde zu eröffnen.

Dass in allem und über allem letztlich Christus als Sieger über Sünde und Tod hervorgeht und sich als das Alpha und Omega – als Anfang und Ende – erweist, ist besonders für alle bedrängten, verfolgten und leidenden Christgläubigen eine trostreiche Botschaft, aber zugleich eine solche, welche für alle Gläubigen den Weckruf enthält, Christus und dem Glauben an ihn treu zu bleiben. Das ist gewiss eine starke Herausforderung in Zeiten massloser teuflischer Bosheit, angstmachender Schrecknisse und Plagen in unserer von der Erbsünde und ihren Folgen gezeichneten Menschheit. Jeder von uns ist auf der Grundlage des hoffnungsvollen österlichen Glaubens aufgerufen: “Sei treu bis in den Tod.” So gilt folglich auch jedem die Verheissung: “Dann werde ich dir den Kranz des Lebens geben.”

In ungebrochenem Vertrauen auf die Fürsprache Marias, der Königin des Himmels, wünsche ich allen eine trostvolle und segensreiche Osterzeit, durchdrungen von der unverbrüchlichen Treue im Glauben an den auferstandenen, erhöhten und wiederkommenden Herrn und Heiland Jesus Christus.


Schellenberg, im April 2020

 

✠ Wolfgang Haas
Erzbischof von Vaduz